Geburtshilfe in Schwalmstadt wird geschlossen – ein schwerer Verlust für unsere Stadt und die gesamte Region
Die CDU-Fraktion Schwalmstadt nimmt die Ankündigung des Asklepios Klinikums, die Geburtshilfe und Gynäkologie zum 1. Januar 2027 einzustellen, mit großer Betroffenheit zur Kenntnis.
Mit der Schließung verliert unsere Stadt weit mehr als eine medizinische Fachabteilung. Für viele Familien war die Geburt ihrer Kinder eng mit dem Krankenhaus in Schwalmstadt verbunden. Die Geburtshilfe war über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung und ein Stück Identität unseres Klinikstandortes.
Nach den vorliegenden Informationen ist deutlich geworden, dass diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wurde.
Dennoch zeigt sich nun mit aller Deutlichkeit eine Schwäche der Krankenhausreform: Einheitliche bundesweite Kriterien berücksichtigen die besonderen Herausforderungen des ländlichen Raums nur unzureichend. Wenn allein statistische Grenzwerte darüber entscheiden, ob Familien künftig deutlich längere Wege zur Entbindung auf sich nehmen müssen, wird der tatsächlichen Lebenswirklichkeit unserer Region nicht ausreichend Rechnung getragen.
Gerade für werdende Eltern zählt nicht nur die Entfernung auf dem Papier. Entscheidend sind Erreichbarkeit, Verkehrssituation, Wetterbedingungen und die Sicherheit, im Ernstfall schnell medizinische Hilfe zu erhalten.
Die CDU-Fraktion dankt ausdrücklich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geburtshilfe und Gynäkologie für ihre engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren. Sie haben mit hoher Fachkompetenz und großem persönlichen Einsatz unzählige Familien begleitet.
Gleichzeitig ist es jetzt unsere gemeinsame Aufgabe, den Klinikstandort Schwalmstadt nachhaltig zu stärken. Die Grund-, Regel- und Notfallversorgung muss dauerhaft gesichert und weiterentwickelt werden. Wir erwarten, dass Asklepios und das Land Hessen den angekündigten Ausbau anderer medizinischer Leistungsbereiche konsequent umsetzen und den Standort langfristig absichern.
Ebenso erwarten wir, dass der Übergang für werdende Eltern sowie für die Beschäftigten verantwortungsvoll gestaltet wird. Eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Geburtskliniken sowie eine verlässliche Hebammenversorgung müssen gewährleistet sein.
Für die CDU-Fraktion steht fest: Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum darf nicht ausschließlich nach abstrakten Kennzahlen bewertet werden. Die Menschen in unserer Region haben Anspruch auf eine wohnortnahe und verlässliche medizinische Versorgung. Dafür werden wir uns weiterhin auf kommunaler, Kreis- und Landesebene mit Nachdruck einsetzen.